Dem Alter fällt eine besondere Aufgabe zu!
Hiermit sende ich meine herzlichsten Grüße an alle die, welche ein Alter erreicht haben, das ihnen erlaubt, den vielleicht oft geübten freien Blick so auf das Leben zu werfen, wie sie es schon immer tun wollten.
Trotzdem wir in dieses Leben geboren werden und geradezu plötzlich feststellen, dass es uns gibt, verlieren wir meist als erstes diesen Bezug zu dem endlosen Raum, aus dem wir gekommen sind.
Nicht das dieser Raum, unsere ursprüngliche Heimat, während des Restes unseres Lebens nicht mehr existiert, oder gar seine energetische Verbindung zu uns aufgegeben hat. Nein!
Jedoch hat unsere Identität als Person einen so großen Sprung vollzogen, dass das ursprüngliche Sein an Bedeutung verloren hat.
Wir folgen den Spuren vorangegangener Generationen. Wir rechnen in der anerkannten Währung. Zeit ist Geld! Sowohl um uns selbst und die Familie zu ernähren als auch, um darüber hinaus vermeidliche Sicherheit anzuhäufen.
Und dann kommt das Alter!
Das Alter umfasst den Zeitraum, in dem es uns möglich ist, auf das Leben als solches zurückzublicken.
Oftmals werden uns Zusammenhänge deutlich, welche wir, mit der Sicht des Alters, anders angegangen hätten. Wir wären vielleicht großzügiger gewesen, um somit den Vorteil spontaner Bekanntschaften zu haben. Oder wir hätten vielleicht die Freiheit besessen auf ein gutes Angebot „Nein“ sagen zu können.
All diese Öffnungen ermöglicht uns das Alter!
Dabei bleibt es uneingeschränkt wichtig, die eigentliche Identität nicht in der Einschränkung des Körpers zu finden, sondern im aktiven Erleben des Raums, den wir schon vor unserer Geburt bevölkert haben.
Ich weiß, für viele von uns Alten, ist hier Schluss.
Dieser Schluss, der Bereitschaft weiter zu denken, oder auch zuzulassen, was eine selbsterklärende Folgerung ist, zeigt ein „Klammern“ an etwas, was uns ein Leben lang scheinbar vor Schmerzen Zuflucht gewährte.
Zu erkennen, das dem keinesfalls so ist, dass Schmerz und Leid des Lebens sogar in erster Linie durch diese selbst auferlegte Einschränkung in unser Leben kommen konnte, ist ein wichtiger Schritt auf dem Wege einer erwachenden Seele.
Ohne zu weit ausholen zu wollen, muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass „rein wissenschaftlich“ die Beschaffenheit der Welt, wie wir sie gelernt haben wahrzunehmen, nicht annähernd der Wirklichkeit entspricht.
Materie – und so auch unser Körper – besteht vorwiegend aus leerem Raum, wobei der winzige Anteil an bestehender Substanz, ein Quelle schwingender Energie ist.
Es ist diese Schwingung der Energie, welche sich von anderen Materien in ihrer Frequenz unterscheidet, und somit den Eindruck eines separaten Körpers vermittelt.
Dieser Sachverhalt ist zunächst nicht einfach zu verstehen!
Gehen wir jedoch, richtigerweise, davon aus, dass der Kern unserer persönlichen Existenz weiterhin mit dem Raum verbunden ist, aus dem wir gekommen sind, und uns wird klar, welche Aufgabe das Alter für uns bereithält.
Die eigene Wertschätzung liegt weder in den Gütern, die wir im Laufe des Lebens angehäuft haben, noch in der Anerkennung, die uns durch anderer Menschen zuteilwird.
Sie liegt in dem Verständnis, das wir, gleichgültig ob wir im Sinne der Gesellschaft erfolgreich waren oder nicht, ein Geschenk an uns selbst sind.
Und nochmal: Plötzlich waren wir da!
Die ursprünglich vereinten Sinne, mit welchen wir die Umwelt als Baby wahrnahmen, vereinzelten sich im Laufe der Zeit. Das Sehen, so wurde uns klar, findet über die Augen statt. Gleich wie das Hören über die Ohren und das Fühlen über den Tastsinn unserer Finger.
Erst dann begannen wir uns als „Ich“ zu bezeichnen und fingen an die Unterschiede zwischen uns und den „anderen“ herauszustellen.
Diese Unterschiede waren es, die in eine „Persönlichkeit“ mündeten und damit den eigenen Lebensweg in den Mittelpunkt rückten.
Gleichzeitig jedoch waren wir, nach wie vor, von den uns gegebenen Fähigkeiten abhängig, ohne diese Abhängigkeit berücksichtigen zu müssen.
Der sogenannte „Frei Wille“, wird, im Menschen verwurzelt, als wichtigstes Attribut gesehen und oft ohne Rücksicht auf das Leben anderer, eingesetzt, um eigene Ziele zu erreichen.
Allein der persönliche Bezug zu der Kraft, die uns ins Leben schickt, und uns empfängt wenn es vorüber ist, ermöglicht uns die freie Sicht der Seele und damit eine neue Perspektive auf unser Leben.
Jeder neue Tag ist eine neue Aufforderung dieser Erkenntnis Ausdruck zu verleihen!
Leben fängt mit atmen an!
Und so ist es der Atem, der uns zunächst mit dem Verbindet, was wir schon immer wahren!
Sind wir zum Beispiel mit Gedanken über unsere Angehörigen beschäftigt, wenn wir den Raum anderer betreten, verbreiten wir das mit den Gedanken verbundene Fragezeichen über den ganzen Raum.
Verbinden wir uns jedoch ganz bewusst mit dem, was unseren Körper atmet, so sind wir gegenwärtig und bereichern den Raum anderer mit positiver Energie!
Und sollten Sie tatsächlich glauben, dass Sie es sind die atmen, dann bitte vermeiden Sie doch auch das Altern und den damit verbundenen Tod.
Sie können es nicht. Stattdessen sollten Sie für Sich erkennen, dass es eine Quelle gibt, deren pulsierender Inhalt jetzt, in diesem Augenblick, in ihr Leben sprudelt.
Das, was wir historisch auch „Gott“ nennen, ist nicht irgendwo. Es ist nicht irgendwo anders! Sondern hier, in diesem lebendigen Augenblick. Bei Ihnen, mit Ihnen, und in Ihnen.
Sie sind tatsächlich, wie die Welt um sie herum, der Ausdruck dieser Kraft und besitzen die Möglichkeit, mit erwachtem Blick in die Welt zu sehen und der Liebe Ausdruck zu verleihen, die überall so dringend gebraucht wird!